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MalieryaNoldor Beiträge: 600 |
# Antwort: 13 - 01.04.2011 um 18:54 Uhr
Um Kindern zu vermitteln, wo das Fleisch herkommt, ist es also moralisch vertretbar, dass man ihnen live und in Farbe zeigt, wie man Tiere tötet und ausnimmt? Ihnen zu erklären, dass die Tiere z.B. auf einem Bauernhof gezüchtet werden und dann geschlachtet und zu Fleisch & Wurst verarbeitet werden, das würde nicht reichen? Wie wird dann wohl demnächst der Sexualkundeunterricht gestaltet? Dürfen unsere Kinder dann bald im Unterricht sehen wie 2 Leute Geschlechtsverkehr praktizieren? Damit sie wissen, wo die Babys herkommen und wie Babys gemacht werden? Ich habe nichts gegen Aufklärung über Sex, über Krankheiten und auch nicht darüber wo das Fleisch herkommt. Aber die Theorie reicht da vollkommen aus! Dieser praktische Ansatz des Lehrers war einfach falsch. |
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ehem. MitgliedMaiar Beiträge: 896 |
# Antwort: 14 - 01.04.2011 um 19:24 Uhr
Öhm, Sexualkunde wird (bzw. wurde zumindest zu meiner Zeit) in einem Altersbereich gegeben, in dem die Kinder (= wir) sowieso schon selber langsam "in die Gänge" kamen. Da kamen also Theorie & Praxis zusammen. Gutes Timing. Btw: Unser Lehrfilm enthielt idT einen Akt. Und? Einem Kind zu sagen "Tiere werden geschlachtet, damit Du ein Steak auf dem Teller hast", reicht mE nicht. Das hat imho etwas von der "heißen Herdplatte". Nur selber die Hand drauflegen hat einen wirklichen Effekt. "Nur" erzählt zu bekommen, daß sie (die Herplatte) schmerzhaft sei, wirkt nicht nachhaltig. Und ja, es ist mMn ganz klar "moralisch vertretbar", denn es ist höchst scheinheilig, seinem Nachwuchs diese Lebensrealität vorenthalten zu wollen. Erkläre mal einem z. B. Inuit (ich habe nun bewußt keinen "Buschmann" gewählt), daß er sich unmoralisch verhält. Wer live (oder im Film) sieht, daß ein Tier (= ein Lebewesen) dafür stirbt, daß man selber Fleisch auf dem Teller hat, geht ganz anders mit seinem Essen um (und verzichtet ggf. ganz auf Fleischkonsum), als jemand, der erzählt bekommt, daß Tiere dafür geschlachtet werden. Das ist unbestritten, oder? Der erste eigene Kuß (oder was auch immer) war ja wohl auch was gänzlich anderes, als all das, was man vorher hörte. ![]() Zuletzt editiert von fpoint am 01.04.2011 um 19:25 Uhr (1x Editiert) |
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MalieryaNoldor Beiträge: 600 |
# Antwort: 15 - 01.04.2011 um 20:06 Uhr
Ich habe damals in der Schule auch einen Lehrfilm über eine Geburt gesehen. Eltern mussten einen Zettel unterschreiben, dass das OK ist und jeder Schüler durfte sagen: "Nein ich will das nicht sehen." oder konnte jederzeit den Unterrichtsraum verlassen. Finde ich vollkommen in Ordnung. Du kannst aber einen Film nicht mit der Realität vergleichen. Wenn du in einem Film siehst, dass jemand erschossen wird, ist das etwas ganz anderes, als wenn du daneben stehst und der Mensch neben dir erschossen wird. Wenn die Kinder einen Film über's Schlachten gesehen hätten, das wäre auch noch mal eine ganz andere Geschichte gewesen, als das alles live, direkt im Klassenzimmer, zu sehen und man vorher das Kaninchen nochmal streicheln durfte. Und mit dem ersten Kuss, den man selbst erlebt haben muss, oder der heißen Herdplatte, damit kann man das ja wohl auch nicht vergleichen. Dann hätten die Kinder das Kaninchen selbst schlachten müssen um die Erfahrung zu machen? o.O |
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ehem. MitgliedMaiar Beiträge: 896 |
# Antwort: 16 - 01.04.2011 um 21:27 Uhr
Wir sind gar nicht so weit auseinander, wie man vielleicht glauben könnte. Das, was Du in Deinem ersten Absatz schreibst, kann ich 1:1 unterschreiben. Das im zweiten Absatz indes nicht so ganz. Die Diskrepanz zwischen "theoretischer Erzählung" und "Veranschaulichung in bewegten (Film-)Bildern" ist für mich größer, als zwischen einem Film (also wohlgemerkt einem nicht fiktiven) und der Realität. Ich war jetzt zwar noch nicht live bei einer Hinrichtung dabei (und werd' das wohl hoffentlich auch nie sein), doch der erste Film in nicht schwarz / weiß und wackel-wackel-Super8-Bildern (wie jetzt z. B. Dokus aus der NS-Zeit), indem sah, wie ein Mensch gezielt getötet wurde, wühlte mich innerlich auf eine Weise auf, die ich bei einer Situation, in der ich Augenzeuge wäre (wohlgemerkt bei mir fremden Leuten und ohne eigene Gefährdung), nicht grundlegend anders vermutete. Zum Leben gehört der Tod. Zum Leben gehören auch solch unschöne Dinge wie Gewalt, Katastrophen, Drogen, what ever. Alles Dinge, die nicht zuletzt über irgendwelche Medien auch Kinder erreichen. Und mir ist ein verantwortungsvoller Umgang und eine ebensolche Aufklärung der Eltern zusammen mit der Schule um einiges lieber, als die Kinder bequemerweise im Ungewissen und sie sich ihre eigenen Gedanken machen zu lassen. Man kann sie nicht vor den Unanehmlichkeiten schützen, bis sie 18 (21? 27? 30? 40? x?) sind. Zuletzt editiert von fpoint am 01.04.2011 um 21:28 Uhr (1x Editiert) |
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MellonValar Beiträge: 1976 |
# Antwort: 17 - 02.04.2011 um 08:52 Uhr
01.04.2011 um 16:46 Uhr - DarkMorph: Nein, also sowas geht meiner Meinung nach garnicht, besonders das Tier vor den Augen der Kinder umzubringen. Wer sowas als Kind mal mitgemacht hat, der weiß wie lange einen sowas verfolgt ... Bernd vom Dorfe: Schon als Kind wusste ich, wie man Ratten tötet und Mäuse jagd, habe erlebt, wie der Vater meines Kumpels Katzenbabys ersäuft hat, weil er schon zu viele hatte und war bei Schlachtungen von Schweinen und Rindern dabei. Hinterher die frische Leberwurst zu essen war ein Genuss. So lange die Tiere nicht gequält werden und der Tötende das Tier seinen Zweck zuführt (zum Beispiel zum Essen verarbeitet), sehe ich darin nichts als einen natürlichen Kreislauf. Mitleid mit Tieren habe ich, bei Tiertransporten, wo die Viecher mit gebrochenen Gliedmaßen verhungernd und durstend durch die Gegend geschaukelt werden oder wenn irgendwelche Asis Tieren zum Spaß das Fell bei lebendigem Leibe abziehen. Ansonsten ist der schnelle Tod völlig OK und Schülern zu verdeutlichen, dass Tiere vorm Verzehr getötet werden müssen (Gott sei Dank gibt es nicht so viele Ausnahmen), sehe ich auch als richtig an. Die Kinder sollten aber selbst entscheiden können, ob sie das ansehen wollen oder nicht! |
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DarkMorphMaiar Herkunft: Wertheim Beiträge: 1075 |
# Antwort: 18 - 02.04.2011 um 09:14 Uhr
Kommt daher Deine Abneigung gegen Haustiere? Eine tief verwurzelte Selbstschutzfunktion?
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Malierya
