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Gutenberg, Opfer oder Täter?
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Antworten: 13
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MellonValar Beiträge: 1976 |
# Antwort: 7 - 03.03.2011 um 08:29 Uhr
Nun ist es passiert! Gutenberg ist zurückgetreten. Ich glaube, dass er einfach nachlässig war bei der Erstellung der Arbeit und vergessen hat, die Fußnoten einzubringen, denn für mich erschließt sich nicht, wozu er, der er einen Doktor für nichts braucht, als das eigene Ego, sich auf so gefährliches Glatteis begibt. Und wollen wir mal ehrlich sein, - die meisten wissenschaftlichen Arbeiten leben davon, von anderen zu nehmen. Die einen führen ordnungsgemäß die Fußnoten an, andere schreiben den kopierten Text aufwändig um und die Überforderten Gutenberg fügen einfach nicht die nötigen Fußnoten vollständig ein. An ein bewußtes Täuschen glaube ich daher immer noch nicht. Was ich richtig widerlich und hinterhältig finde, sind aber Beleidigungen der Oppositionspolitiker, die einen populären Menschen vernichten wollen, weil er für ihre Partei gefährlich wird. Das hat sich auch bei Vorfällen innerhalb der Bundeswehr schon angedeutet. Gutenbergs Vorgänger, meist Minister aus der Mottenkiste, wurden niemals mit Fehlern von ihrer Untergebenen aus der 4 und 5. Reihe in Zusammenhang gebracht. Gutenberg ist aber schon Schuld gewesen, wenn ein Rekrut zu laut gefurzt hat. Mit Gutenberg haben wir einen CSU-untypischen Minister gehabt, der sich etwas getraut hat Bundeswehrreform/ Abschaffung der Wehrpflicht und dafür bin ich ihm persönlich dankbar. Ihn dann als Hochstapler, Lügenbaron, Betrüger usw. zu betiteln finde ich völlig überzogen und in höchstem Maße ungerecht und dabei ganz vorne Politiker zu sehen, die eine zweifelhafte SED-Vergangenheit haben oder sich schützen mit seitlich ausgestreckten Armen vor Autonome zu stellen, die Steine auf Polizeisten werfen, macht das ganz unerträglich. Pfui! Zuletzt editiert von Mellon am 03.03.2011 um 12:52 Uhr (1x Editiert) |
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DarkMorphMaiar Herkunft: Wertheim Beiträge: 1075 |
# Antwort: 8 - 03.03.2011 um 08:58 Uhr
Ja Bernd, da muss ich Dir 100% zustimmen. Es fing auch schon damals an, als alle sich beschwerten, er habe seine Frau auf einen "Auslandseinsatz" beim Truppenbesuch dabei gehabt ... Dabei wurden die Kosten dafür privat von ihm getragen ... und im nächsten Atemzug beschweren sich die Grünen, dass es zu wenig Frauenquoten gibt, und über die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie ... Das war meiner Meinung nach auch nur eine Hetzkampagne. Ich hoffe nicht, dass er für immer das Handtuch wirft. |
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DIE|SLOWLYValar Herkunft: Halle/Saale Beiträge: 2188 |
# Antwort: 9 - 03.03.2011 um 09:07 Uhr
Problematisch war ja nur, dass er diese, nennen wir es "Zitate", anfangs noch verneint und zurück gewiesen und dann doch immer weiter zugegeben hat, dass da etwas evtl. nicht aus seiner Feder stammt. Das macht ihn, in meinen Augen, etwas unglaubwürdig. Auch wenn ich mir die letzte Rede von ihm anschaue, finde ich es interessant zu sehen, wie man Leute mit so einer Rede "für sich gewinnen" kann. Ein Dummer war er nicht, dass kann man wohl sagen... aber für mich in dem Punkt halt unglaubwürdig, mit der kompletten Verneinung am Anfang und später dann halt nicht mehr... ------------------ "Leb'! Leb', eh' deine Sehnsucht stirbt, eh' durch den Hauch des Zeitlosen Kraft und Fluss versiegen. Gib! Gib,all deine Lebenskraft, den Träumen deines Herzens, deines freien Geist's Vision." ![]() "Vinum et musica laetificant cor." |
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MellonValar Beiträge: 1976 |
# Antwort: 10 - 03.03.2011 um 10:32 Uhr
Er hat nie verneint, dass er Zitate nicht kenntlich gemacht hat. Ich frage mich allerdings, wie ein Doktorvater so blind sein kann und die Arbeit nicht auf solche Macken prüft. Es fehlen einfach die Fußnoten. Dass etwas von anderen übernommen wird ist üblich, - wer kann schon die Welt neu erfinden? Wichtig ist doch, dass er vorhandenes Wissen neu verknüpft, auswertet und selbst erkannte Probleme oder Phänomene erklärt und sich da nicht anderer bedient. Ich nehme an, dass er dies auch getan hat und tatsächliche Arbeit in seinem Werk steckt. |
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MalieryaNoldor Beiträge: 600 |
# Antwort: 11 - 03.03.2011 um 11:55 Uhr
Ich hab das nur so halb mitverfolgt. Habe gestern bei SternTV einige Ausschnitte gesehen, bei denen sich Gutenberg zu der Sache äußert. Bei einer Rede sagt er noch total selbstsicher: Ich werde meinen Doktortitel solange ablegen, bis die Sache geprüft wurde und danach natürlich wieder tragen. Und dabei hat er gelächelt. Er war sich also, meiner Meinung nach, nicht wirklich bewusst, dass in seiner Arbeit so gravierende Fehler vorhanden sind. Bei seiner Verabschiedungsrede hat er mir richtig Leid getan. Ich hatte gehofft, dass er weiter kämpft. Wie kann das überhaupt passieren, dass er mit so einer fehlerhaften Arbeit den Doktortitel erhält? Und wie ist das überhaupt möglich, dass diese Arbeit öffentlich bekannt wurde?? Das hab ich irgendwie nirgends mitbekommen.. Wenn ich 'ne Arbeit schreibe, geht das dem Prüfer und mich etwas an und keinem Außenstehenden. Der Typ is doch auch nur nen Mensch und ich glaube nicht, dass er absichtlich bescheißen wollte und wenn doch, dann hätte er doch gar nicht mit der Arbeit durchkommen dürfen. Mich regt das alles voll auf. Ich mochte ihn irgendwie gerne. Er war angangiert und stand immer voll hinter dem was er tat.. *grummel* Ich halte nicht viel von der Politik.. Für mich sind die da alle gleich.. Große Töne spucken und nix dahinter. Aber Gutenberg war seit langem der Erste, der mir irgendwie aufgefallen ist und bei dem ich nicht gleich umgeschalten habe, wenn er im TV dran kam. |
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Ex-MitgliedNumenorer Beiträge: 220 |
# Antwort: 12 - 03.03.2011 um 12:52 Uhr
Es ist etwas ganz anderes Politiker zu beurteilen als "normale" Menschen. Politiker haben immer etwas zu verlieren, da sie im Licht der Öffentlichkeit stehen. Hier wird meiner Meinung nach häufig bewußt gelogen. Auch bei Gerichtsprozessen ist dieses Verhalten häufig zu beobachten. Das Gegenteil muss ja erstmal bewiesen werden! Ist dies nicht erfolgreich möglich, weil die Taten bewußt verschleiert wurden aber nicht nachweisbar ist, ist man im Recht. Das ist Gesetzsprechung! Einfach großartig.^^Einen solch großen Umfang an Zitaten - also wörtlichen Angaben aus einem anderen Text - wie in der Arbeit von zu Guttenberg kann jemand nicht vergessen zu kennzeichnen. Sobald dies eingegeben oder kopiert worden ist, muss die Literaturquelle aufgeführt werden. Dieses Versäumnis ist auch nicht durch starke persönliche Belastung zu begründen. Unter dieser stehen alle Doktoranden, da die Doktorarbeit neben dem normalen Arbeitsgeschäft in der Freizeit angefertigt werden muss. In Falle zu Guttenberg kann man vermutlich von bewußter Täuschung bzw. Betrug ausgehen. Selbst wenn die Literaturquelle vergessen worden ist, müssen Zitate durch die Angabe von Gänsefüßchen und/oder kursivem Text gekennzeichnet werden. Ist dies geschehen, würde ich die vergessene Quelle als Schusselfehler ansehen, der dann aber spätestens dem Doktorvater oder Gutachter auffällt. Ist beides nicht geschehen muss dies als Täuschungsversuch angesehen werden. Ich habe mit dem Ex-Verteidigungsminister keine Gnade. Plagiat ist kein Kavaliersdelikt und muss bestraft werden! Notfalls müssen rechtliche Schritte eingeleitet werden. Arbeiten in dem Stil erwecken genau den Eindruck, der mir hier auch bereits aufgefallen ist: Da wird sowieso immer abgeschrieben. Das so einfach sehen zu wollen ist nicht richtig, weil der wissenschaftliche Hintergrund für eine solche Behauptung fehlt! Wissenschaftliche Arbeit beruht sicherlich auf dem Wissen anderer. Dieses ist dann aber auch zu kennzeichnen. Bei jeder Aussage, die man nicht selbst getroffen hat sondern die aus einer Quelle kommt, muss diese auch angegeben werden. Es sei denn dies ist allgemein bekannt und wurde nicht nur von einer Person hergeleitet. Der Sinn einer Doktorarbeit besteht darin, dass der Doktorand selbständig ein wissenschaftliches Thema über einen längeren Zeitraum bearbeitet, dessen Ergebnis über den derzeitigen Stand des Wissens hinaus geht. Deswegen ist in der klassischen Gliederung im Grundlagenteil häufig viel zu zitieren, da dieses bereits bekannte Wissen genutzt wird, um etwas Neues zu schaffen. Am wichtigsten an einer Arbeit sind die Methodik und die eigenen Untersuchungen mit Auswertung. Diese Teile sind grundsätzlich neu. Bzgl. des Doktorvaters ist dies so, dass dieser die wissenschaftliche Betreuung der Arbeit übernimmt - also teilweise Anweisung gibt. Auch liest dieser mehrfach die Arbeit. Wenn ich Arbeiten von Studenten lese, achte ich immer darauf, dass diese getroffene Aussagen begründen oder die zugehörige Literaturstelle angeben. Das ist wissenschaftliches Arbeiten! Sollte währenddessen auffallen, dass Zitate nicht kenntlich gemacht wurden, wird dies moniert. Ob einem nicht gekennzeichnete Zitate auffallen oder nicht, beruht einzig und allein auf der Literaturkenntnis der Gutachter. Diese ist im Allgemeinen nicht so gut wie die des Doktoranden. Der Doktorvater bzw. die Gutachter sind natürlich auch wie der Doktorand für eine ordnungsgemäße Durchführung der Arbeit verantwortlich. Durch dieses in den Medien mal bekannt gewordene Plagiat sollte einem klar werden, dass dies nicht ein Kavaliersdelikt ist, was übersehen werden kann. Diese vermutlich bewußte Täuschung wirft nicht nur ein schlechtes Licht auf den falschen Doktor, sondern auch auf den Doktorvater, die Gutachter und die Achtung des Doktortitels sowie die gesamte Wissenschaft. Deswegen gehört dies bestraft. Die Frage ist jetzt nur wie hart. Ob der Rücktritt und die Aberkennung des Doktortitels ausreichend ist oder weitere gesetzliche Schritte eingeleitet werden müssen, haben andere zu entscheiden. So, genug Dampf aus der Sicht eines Wissenschaftlers und Doktors abgelassen.
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Malierya
Ist dies nicht erfolgreich möglich, weil die Taten bewußt verschleiert wurden aber nicht nachweisbar ist, ist man im Recht. Das ist Gesetzsprechung! Einfach großartig.^^